Am Donnerstagmorgen , den 16.09.2010 traten wir früh morgens zusammen mit Leuten aus dem Heimatverein Linstow ihre diesjährige Bildungsfahrt nach Krakau und Auschwitz an.
Bunt gemischt war unsere Truppe und wir hatten schon während der langen Fahrt viel Spaß, trotz des Altersunterschiedes. Wir unterhielten uns gegenseitig, sowohl jung als auch alt. Beim ersten Halt auf dem Parkplatz staunten wir nicht schlecht, als sie zu selbstgemachter Akkordeonklimperei einen flotten Tanz einlegten.
Nach einer 12 stündigen Fahrt war es dann endlich soweit, wir waren in Krakau! Hurra.
Nun hieß es: auf in die Unterkunft! Wir fühlten uns sofort wohl. Nach einem herzhaften Abendessen konnten wir dann unsere Zimmer beziehen. Um Kraft zu tanken, wollten wir schnell in die Federn, denn die nächsten Tage würden sicher nicht einfach werden.
Nach einer Mittagspause machten wir uns auf den Weg zum Wawelhügel, der im Leben der Stadt eine große Rolle spielt, denn dort befindet sich nicht nur das königliche Schloss, sondern auch die Kathedrale. Vom 11. bis zum 17. Jahrhundert residierten dort die Könige Polens. Wir nahmen an einer sehr langen Führung teil, die zwar sehr interessant jedoch auch ziemlich anstrengend war. Ich denke, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass es ein einmaliges Erlebnis war. Eine Begegnung der besonderen Art hatten wir mit einem Drachen, der die Burg bewachte und Feuer spuckte. Nach soviel Kultur wurde es Zeit uns stärken.
Am 17.09.2010 stand ein Stadtrundgang durch das alte
Krakau auf dem Plan. Der fing um 9:00 Uhr morgens an und ging bis
12:00 Uhr. Bei dem Stadtrundgang lernten wir die Kultur und die
Geschichte der früheren Hauptstadt Krakau kennen. Das war schon sehr
beeindruckend.
Besonders hat mich die Marienkirche beeindruckt. Sie war sehr schön und prächtig.
Es war alles mit Gold verziert. Ich hab nur gestaunt über den Aufwand und die
Pracht. Leider durfte man keine Fotos machen.
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Auf dem Turm der Kirche spielt heute zu jeder vollen Stunde ein Trompeter die Melodie von einem Soldaten, der den Bürgern den Einfall der Tataren ankündigte. Die Melodie wird nie zu ende gespielt, da der Soldat während des Spieles von einem Pfeil getroffen wurde und starb.
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| Auch das Leben und treiben auf dem Markt war sehr beindruckend. Überall waren Blumenstände und an jeder Ecke standen die Brezelverkäufer. |
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| Auffällig war auch, dass überall Flügel standen, die in den tollsten Farben bemalt waren. |
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Man hat sehr schnell gemerkt, dass der christliche Glaube
sehr stark vertreten ist. Überall sind Kirchen in der Stadt und es begegnen
einem sehr oft Nonnen und Mönche.
Wir waren dann beim Geburtshaus von dem verstorbenen Papst
Johannes Paul II. Heute erinnert ein großes Bild im Fenster an seine frühere
Wirkungsstätte. Es kam mir vor, als wenn er uns tatsächlich zuwinken würde.
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Am Samstag stand dann die
Fahrt in das Salzbergwerk an.
Um 9.00 Uhr ging es los und
wir waren neugierig, wie es denn in dem Bergwerg aussieht.
Von außen jedoch sah es
gar nicht aus wie ein Bergwerk. Jedoch hat sich das schnell geändert. Auf einer
Treppe stiegen wir hinab in eine Tiefe von 100m, bis wir auf
Spuren des Bergwerkes stießen. Wir erfuhren, unter welch schweren
Bedingungen die Menschen früher das Salz abbauten und verarbeiteten.
Beeindruckt hat uns, was die Menschen alles aus dem Salz gemacht haben, z.B.
Treppen, Zwerge und andere Figuren.
Kaum zu glauben, dass sich
in dieser Tiefe sogar ein Glasklarer Salzsee befand.
Es war sehr eindrucksvoll
zu sehen, unter welchen schweren Bedingungen damals dort unten gearbeitet wurde.
Am Ende der Führung kamen wir in einen riesigen Raum, der alles vorherige noch
übertraf. Es handelte sich dabei um eine große Kapelle mit prächtigen
Kronleuchtern, Gottesfiguren und sogar einer großen Papststatue - alles aus
Salz.
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Das unangenehme Ende der Führung
durch das Bergwerk war grauenvoll, denn wir kamen kurz vor dem Verlassen des
Bergwerkes in einen „Stau“, wo es nicht vor noch zurück ging. Durch die
immer größer werdende Menschenmasse wurde es eng und die Leute fingen an zu
schupsen. Nach unendlich langen zwei Stunden hatten wir es dann endlich wieder
nach oben geschafft und waren froh, dass wir frische Luft schnappen konnten.
Am späten Nachmittag stand eine Führung durch das Jüdische Viertel von Krakau an. Doch zuvor stärkten wir uns mit einem „Snack“, ein riesiges Baguette und wieder fanden darauf Pilze. Beim Rundgang durch das Jüdische Viertel erfuhren wir einiges über das jüdische Leben und sahen sogar einige Synagogen aber wir hörten auch unter welchen Bedingungen die Juden hier lebten, als hier ein Jüdisches Getto von den Nazis eingerichtet wurde. Wir folgten aber auch den Spuren von Oscar Schindler der etwa 1200 Juden in seinem Betrieb beschäftigte und sie so vor der Vernichtung in den Konzentrationslagern bewahrte. Wir waren sogar an Originalschauplätzen, an denen Steven Spielberg Filmaufnahmen zu „Schindlers Liste“.
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Dieser Tag war für uns
aufregend und spannend und wir haben es nicht bereut die Fahrt mitgemacht zu
haben.
Es
war der Tag „X“, der Tag auf den wir alle gespannt waren. Wir fuhren zur
Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz. Im Geschichtsunterricht hatten
wir schon sehr viel über dieses Vernichtungslager gehört und waren sehr
interessiert diese Stätte der Geschichte kennen zu lernen Auf jeden Fall hatten
wir alle ein komisches Gefühl in der Magengegend.
Als
wir im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz ankamen, sahen wir schon das große
Gebäude. Dann gingen wir in die Eingangshalle, wo wir unseren Gruppenleiter
kennen lernten und Kopfhörer bekamen. Als wir schon von weitem das Tor mit der
Aufschrift „Arbeit macht frei“ sahen, fühlte es sich so an, als ob wir uns
in eine andere Welt begeben würden, in der die Menschen so viel Schrecken und
Grauen erleben mussten und Hunderttausende ihr Leben verloren.

Wir
gingen in ehemalige Kasernen, in denen heute Zeugnisse der Massenvernichtung der
Nationalsozialisten ausgestellt werden. Dort sahen wir z.B. Unmengen von
Koffern, Brillen, Haaren, Prothesen, Schuhen und Kleidung der inhaftierten
Juden. Sie wurden den Juden abgenommen, bevor sie in die Gaskammern geschickt
wurden.

Diese
Gegenstände zeigten uns wieder, zu welchen Gräueltaten Menschen in der Zeit
des Nationalsozialismus fähig waren.
Alles was wir sahen, erinnerte an den Tod – Fotos von zu Tode gehungerten Juden, Arrestzellen oder Elektrozäune, in die sich viele Häftlinge in ihrer Verzweiflung stürzten.
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Dann
gingen wir eine breite Straße lang. Rechts und links waren Kasernen. Wir gingen
durch ein großes Tor und kamen auf eine
Wand zu.
Wir erfuhren, dass an dieser Wand Menschen erschossen wurden, man sieht noch
heute die Einschusslöcher.
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Im Gedenken an die Opfer legte jeder von uns tief berührt eine Blume nieder.
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Beim Verlassen des Stammlagers von Auschwitz, gingen wir noch einmal durch das „Todestor“, dessen Anblick wir wohl nie vergessen werden. Mit einem mulmigen Gefühl stiegen wir in den Reisebus um zum Außenlager Birkenau zu fahren.
Während der Fahrt sahen wir auch die Schienen, auf denen die Juden aus ganz Europa in das Konzentrationslager gebracht wurden.
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Bei
unserem Rundgang durch das Gelände
erklärte uns
Heute
sind nur noch einige Baracken vorhanden, aber dort, wo einst die Gefangenen zusammengepfercht
waren, sind heute noch einzelne Fundamente und Schornsteine zu
sehen.
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Beim
Blick in die Baracken, sahen wir unter welchen grausamen Bedingungen die
Menschen dort leben mussten. In Holzbetten, ohne Matratzen und ohne Zudecke
schlafen.
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Der
Tagesablauf der Juden hieß eigentlich nur:
ARBEITEN,
ARBEITEN, ARBEITEN!!
„Arbeit macht frei“ hieß das Motto! Unserer Meinung nach „Arbeiten bis zum Tode“. Schon bei der Ankunft der Juden an der Rampe wurde aussortiert, wer arbeitsfähig war und wer nicht. Diejenigen, die als arbeitsfähig eingestuft wurden, wurden im Lager untergebracht, die übrigen wurden in die Gaskammer geschickt.
Sie
bekamen nichts richtiges zu essen, keine richtige Kleidung, im Winter vielleicht
einen einfachen Mantel, der nach wenigen Wochen voll mit Läusen war. Schlimm
waren auch die „Toiletten“, kaum vorstellbar!
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Wir
waren so erschrocken, uns fehlten die Worte. Grauenvoll...
Die
Bilder, die wir nur aus Geschichtsbüchern kannten, wurden nun vor unseren Augen
lebendig.
Wir
brauchten lange um diese Eindrücke zu verarbeiten.
Bei
einem Stadtrundgang am Abend, interessierte uns vor allem die Frage: Wie gehen
die jungen Leute in Oswiece (damals Auschwitz) heute mit den Erinnerungen an das
ehemalige Konzentrationslager um?
In
der Jugendbegegnungsstätte kamen wir noch einmal zusammen und hörten uns einen
Vortrag von Herrn Bülow an. Danach hielten wir Vorträge, in denen wir über
die Verfolgung der Juden in der Zeit des Nationalsozialismus berichteten.
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Um 7 Uhr standen wir auf.
Nach dem Frühstück machten wir vor der Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz
Fotos. Dabei erfuhren wir, dass der Pfarrer, der zu unserer Reisegruppe gehörte,
Vater geworden war. Wir gratulierten ihm herzlich.
Danach fuhren wir los. Während der Fahrt gab es interessante Beiträge der
Fahrgäste, so dass die Zeit recht schnell verging.
Denn man sagt ja immer so schön: “Nach Hause geht es immer schneller als
hin“.
In Berlin verließen uns die ersten Mitfahrenden, auch unsere Reisebegleiterin.
Als wir dann endlich in Linstow an kamen, war es schon Abend und wir waren ganz
schön k.o. Wir Schüler wurden ganz herzlich von unseren Eltern in Empfang
genommen.
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