Sandbilder, Saris und Superstimmung
Unter dem Motto „Viele Farben hat die Welt“ lud die Krakower Schule am Sonnabend, dem 3. Oktober, zu einem Tag der offenen Tür ein. Gut gelaunt verfolgten die zahlreichen Besucher im Atrium das bunte Programm. Jede Grundschulklasse stellte an diesem Vormittag ein Land oder eine Region vor.
Die Trommelgruppe der Klasse 5a eröffnete mit afrikanischen Rhythmen die Länderschau. Sie führte die Zuschauer mit Musik, Tanz und Gesang auf eine Weltreise. Die 2. Klasse sang ihr Europalied und die „Tanzmäuse“ zeigten erfolgreich einen schwierigen griechischen Gürteltanz. Eric Mansfeld (in Indianerkleidung) und Eric Pulter (in der Tracht der afrikanischen Massai) ließen australische Didgeridoos erklingen. Die Modenschau wurde durch Deutschland eröffnet, die Kleidung der „Models“ und die vorangetragene Fahne eines bekannten Rostocker Fußballclubs war allerdings eher typisch norddeutsch. Die Zuschauer spendeten für diese Idee der Hortkinder spontan Beifall. Vorgestellt wurden weiterhin Indianer- und Cowboytrachten sowie griechische und chinesische Mode. Die indischen Saris erwiesen sich übrigens als absolut bewegungshemmend, das in seine rote Tracht fest eingehüllte Model konnte die Bühne nur in Zeitlupe und mit winzigen Trippelschrittchen überqueren. Das sah richtig aufregend aus. So manches Kind probierte anschließend selbst das Anlegen eines Saris im Klassenraum der 4b aus. Pauline Hahndorf (Kl. 2a) und ihre Mutti sahen in ihren indischen Trachten sehr schick aus.
In allen Räumen der Grundschule gab es an diesem Vormittag etwas zu entdecken, auszuprobieren oder zu basteln. Wer sich durch das rhythmische Stampfen eines Mörsers in die dritte Etage locken ließ, kam nach Afrika. Dort konnte sich jeder Besucher unter Anleitung von Christoph Bo (Kl. 3a) selbst davon überzeugen, wie schwer es ist, kleine feste Maiskörner zu Maismehl zu zerstampfen. Andere Kinder probierten sich beim Erbsenschlagen und Ziegenmelken aus oder besuchten eine afrikanische Rundhütte, die mitten im Klassenraum aufgebaut war. Sogar auf Großwildsafari konnte man gehen und mit einem Speer ein wildes Tier (einen mit Tüchern verhängten Stuhl) erlegen. Die Klasse 3a lud ihre Gäste nach Nordamerika ein – wer in einem Tipi sitzen, Ketten, indianischen Federschmuck oder Traumfänger basteln wollte, war hier genau richtig.
Wer die 1b besuchte, kam in die heiße Wüstenzone. Aus Vogelsand, farbigem Bastelsand und mit ein bisschen Holzleim fertigten die Kinder hier hübsche Sandbilder an. Sie verrieten ihre Lieblingsmotive: Kamele, Palmen, Inseln und Echsen. Die Schüler der Parallelklasse bauten Glücksbringer aus bunter Wolle und Pfeifenputzern sowie magische Regenstöcke. Wenn man sie schüttelt, regnet es bald – die Gärten würden sich nach dem trockenen September bestimmt sehr darüber freuen. Im Werkraum entstanden Klanghölzer, mit dem lustigen Namen Reco-Reco. Diejenigen Besucher, die nach ihrer Weltreise inzwischen müde geworden waren, konnten sich Atrium mit Kuchen und Getränken stärken oder kleine Flohmarktstände besuchen. Herbstlich gestaltete Holzgeister, leckere Marmelade oder Bücher und Spielzeug – so manches Angebot fand seinen Liebhaber. „Das hat voll Spaß gemacht. Es war ein schöner Vormittag“, sagten die Kinder. Ihnen wäre es am liebsten, wenn sie auf das nächste schöne Schulfest nicht lange warten müssten.
Marianne Thiele