Atrium wurde zum Theatersaal

     
Jeder Mensch kann sie kriegen, und manch einer kennt sie auch: die Angst. Angst vor der Zukunft, Angst vor fremden Menschen, Angst vor Herausforderungen oder vor dem Verlust der Arbeit. Angst hat halt viele Gesichter. Sich jedoch dieser Angst zu stellen, ja, sie sich überhaupt einzugestehen, fällt vielen Menschen schwer. Und genau an diesem Punkt setzt das Theaterstück ,,Ihr macht mir Angst“ an, das durch die Theater Agentur Erfurt Michaela Lindner am 1. Februar 2008 im Atrium der Regional Schule Krakow am See vor den Schülern der 7. – 9. Klasse aufgeführt wurde. Die drei Schauspielerinnen gewannen bereits mit der ersten Szene das Interesse ihrer jungen Zuhörer.
Im Stück treffen zwei Schülerrinnen aufeinander, wie sie unterschiendlicher nicht sein können. Nina, hoch intelligent, eine Heavy-Metal-Anhängerin, kommt aus gesicherten Familienverhältnissen, doch sie rebelliert und wendet sich den Drogen zu. Katrin wächst ohne Vater auf, muss am Gymnasium um ihre Noten kämpfen und findet in der Religion Halt. So verschieden die beiden Mädchen auch sind, so haben sie doch dieselben Ängste- vor der Zukunft, vor ihren Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ihre furcht vor dem versagen. Im Verlauf der Handlung – also in ca. 75 Minuten – setzen sich Katrin und Nina mit ihren Problemen in jugendgerechter Sprache und in kurzen, eingängig gespielte Szenen auseinander. Für die Zuschauer wird es schnell deutlich, dass die Drogen für Nina keine Hilfe sind. Ihr Drogenhändler macht sie abhängig, er erpresst sie gnadenlos und macht sie selbst zur Dealerin. Da Nina echte Unterstützung jedoch nicht annimmt, bleibt ihr zuletzt nur der Entzug. Katrin kann auf die Kraft bauen, die sie in ihrer Jugendgruppe und bei ihrem Lehrer findet – dennoch muss auch sie es lernen, sich ihre Ängste einzugestehen. Ihre Angst um die rebellische Nina gehört dazu.
Was auch am Ende der Handlung bleibt, ist der unterschiedliche Umgang mit den Konsequenzen. Für Nina bedeutet dies eine schmerzlicher Klinikaufenthalt. Für sie hat das Stück kein Happy End. Katrin findet halt in ihrer Jugendgruppe – und hält trotz Ninas Absturz zu ihr. „ Ihr macht mir Angst “ zeigt durchaus Lösungsmöglichkeiten auf. Nach Abschluss der Veranstaltung nutzen viele Schüler die Gelegenheit zu Persönlichen Gesprächen mit den Schauspielern. „ Die Idee zu dem Stück erhielten wir durch Gespräche mit jugendlichen“, sagt Michaela Lindner. „Wir interessieren uns dafür, was sie gerne auf der Bühne sehen wollten. Wir haben ihre Vorschläge gesammelt und ausgewertet. Danach haben wir die Szenen geschrieben.“ Und das ist der Gruppe offensichtlich gut gelungen – der kräftige Applaus beim Abschied der Schauspieler war dafür ein sicheres Zeichen.
     
ein theaterstück zum Thema Drogen und Sucht die Zuschauer folgen gespannt dem theaterstück Zuschauer der Theateraufführung